Filme gegen Rassismus

Nächster Film in der Reihe gegen Rasismus "Die Wütenden" am 04.08.2020 um 18:00 Uhr. Alle zwei Wochen zur selben Uhrzeit vier weitere starke Filme zum Thema. In Kooperation u. a. mit den Jugendzentren in der Umgebung.

Hinweis: Alle Filme werden auch für Schul- und Sondervorstellungen zu besonderen Konditionen angeboten.

Tickets für die Filmreihe gibt's hier: KLICK!
 

 

18.08.2020, 18:00 Uhr

ROADS

Drama | D/F 2018 | 99 min. | FSK 6

Wenn der Brexit auf die Flüchtlingskrise trifft – entsteht ein Buddymovie!  Regisseur Sebastian Schipper schickt einen geflüchteten Kongolesen und einen Engländer mit dem Wohnmobil durch Europa. In diesem Film steckt so viel drin, und dann ist er doch recht einfach und frei von Schnickschnack. Er erzählt eine Fluchtgeschichte – die eines relativ verwöhnten Jungen und die des aus dem Kongo Geflüchteten William, der seinen Bruder sucht.

Der 18-jährige Brite Gyllen aus London klaut während eines Familienurlaubs in Marokko das luxuriöse Wohnmobil seines Stiefvaters, um nach Frankreich zu reisen. Der Grund für diese Hauruck-Aktion: Er will auf Spurensuche gehen und seinen leiblichen Vater finden. Unterwegs sammelt er noch einen gleichaltrigen Kongolesen namens William auf, der nach Europa flüchten will, um dort seinen verschwundenen Bruder Baptiste aufzuspüren. Die beiden gleichgesinnten jungen Männer freunden sich während ihrer Reise durch Marokko, Spanien und Frankreich bis nach Calais immer weiter an und werden schließlich zu Verbündeten, deren Abenteuerlust sie aber schon bald vor eine Reihe von Entscheidungen stellt, die ihr Leben in Zukunft entscheiden verändern werden...


Der Film von Sebastian Schipper, Regisseur von u. a. „Ein Freund von mir“ sowie des Überraschungs-Hits „Victoria“, macht in „Roads“ die Erlebenswelt von jungen Menschen überaus greifbar. Dafür verantwortlich ist auch die großartige schauspielerische Leistung des Duos Fionn Whitehead und Stéphane Bak.

Dienstag, 01.09.2020, 18:00 Uhr

JOJO RABBIT

Drama | USA 2019 | 108 min. | FSK 12

Sie ist wieder da: Die Komödie über Hitler. Regiewunderknabe Taika Waititi tritt in die großen Fußstapfen von Chaplin und Lubitsch. Er selbst verkörpert den „Gröfaz“ als vertrottelten Clown, der einem Knirps als Fantasie-Freund erscheint.

 

Der Zehnjährige ist fanatisch begeistert vom Führer und dem Nationalsozialismus. Sein Weltbild gerät gehörig ins Wanken, als er im trauten Heim ein jüdisches Mädchen entdeckt, das die Mutter dort heimlich versteckt. Bei einem Trainingscamp des Jungvolks unter der Leitung des exzentrischen Hauptmann Klenzendorf wird Jojo zum Gespött seiner Kameraden, als er es nicht übers Herz bringt, für Führer, Volk und Vaterland und als Zeichen seiner ideologischen Ergebenheit ein süßes Häslein zu töten und wird fortan als Hasenfuß verspottet und belächelt. Und es droht noch mehr Ungemach, als Jojo entdeckt, dass seine eigene Mutter ein jüdisches Mädchen im Haus hinter einer Geheimtür versteckt — und eh klar, dass sich der Junge im Lauf der Bekanntschaft unsterblich in die ältere Elsa verliebt. Nur: Wie soll er das alles unter einen Hut bekommen? Den imaginären Freund Adolf Hitler, die widerständige Mutter, das ramponierte Image beim Jungvolk und die eigene Liebe zu einer Jüdin? Je mehr der Krieg sich dem Ende zuneigt, desto mehr geraten Jojos Überzeugungen und sein gesamtes Weltbild ins Wanken. 

 

Eine bitterböse und doch auch urkomische Anti-Hass Satire, glänzend besetzt u. a. mit Scarlett Johansson, Sam Rockwell und Rebel Wilson.

Dienstag, 15.09.2020, 19:30 Uhr

PERSISCHSTUNDEN - als Vorpremiere (geänderte Uhrzeit!)

Drama | D, RUS 2020 | 127 min. | FSK 12


Inspiriert von wahren Begebenheiten. Ein hochspannendes, wendungsreiches Drama, das eine packende und emotionale Geschichte vom menschlichen Überlebenswillen erzählt.

 

Als der junge Belgier Gilles 1942 zusammen mit anderen Juden von der SS verhaftet und in ein Übergangslager gebracht wird, bietet sich ihm durch ein kurz zuvor in seinen Besitz gelangtes persisches Buch eine ungeahnte Chance. Hauptsturmführer Klaus Koch, zuständig für die Lagerküche, sucht jemanden, der ihm Farsi beibringen kann, weil er nach Kriegsende in Teheran ein Lokal eröffnen will. Gilles ist dafür quasi der Sechser im Lotto, denn der gibt sich in einer Notlüge als Perser aus, nennt sich fortan Reza und wird der Sprachlehrer des SS-Mannes. Eine Win-Win-Situation für beide. Bis Kriegsende, so stellt es sich der SS-Mann vor, soll sein Wortschatz 2000 persische Wörter und Begriffe umfassen. Wort für Wort muss Gilles eine Sprache erfinden, die er nicht beherrscht.

 

In den Hauptrollen beeindrucken Lars Eidinger und Nahuel Pérez Biscayart.

 

29.09.2020, 18:00 Uhr

RESISTANCE

Drama | F 2020 | 122 min. | FSK 12

Matthias Schweighöfer und Jesse Eisenberg treffen in einem Biopic über den Pantomimen Marcel Marceau aufeinander.

 

Marceau, der Sohn eines jüdischen Metzgers, entdeckt seine Leidenschaft zum Schauspiel, als er zum ersten Mal einen Charlie-Chaplin-Film sieht. Der junge Marceau, geboren Mangel, will die Kunst der Stille zu seinem Handwerk machen. Doch als Frankreich im Zweiten Weltkrieg besetzt wird, muss die jüdische Familie vor den Deutschen fliehen. Marcel jedoch beschließt, sich den Besatzern zu widersetzen. Als Marcel die Widerstandskämpferin Emma kennenlernt, beschließt er, ihrem Beispiel zu folgen. Gemeinsam mit ihrgelingt es ihm, Kinder jüdischer Familien außer Landes und in die Schweiz zu bringen. Der SS-Offizier Klaus Barbie hat derweil von Hitler persönlich den Auftrag erhalten, die Resistance mit allen Mitteln zu zerstören.

 

Der Pantomime und Schauspieler Marcel Marceau ist eine der außergewöhnlichsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Marceau wurde als Kind einer jüdischen Familie 1923 in Straßburg geboren. Gemeinsam mit seinem Bruder Simon schloss er sich dem Widerstand an und kämpfte später in der französischen Armee, bevor er in der Nachkriegszeit seine Karriere mit der weltberühmten Figur des tragikomischen Clowns „Monsieur Bip“ begründete.